Unsere heimische Tierwelt: Die Haselmaus

Für viele fliegende, krabbelnde oder schwimmende Tierarten bietet der Landkreis Mainz-Bingen den idealen Lebensraum. Wer genau hinsieht, begegnet vielen von ihnen beim täglichen Spaziergang. Bei anderen muss man schon ein wenig genauer hinschauen.

Unsere heimische Tierwelt: Die Haselmaus

So zum Beispiel bei der Haselmaus

Anders als es ihr Name vermuten mag, verbirgt sich hinter der Haselmaus gar keine Maus im eigentlichen Sinne, sondern ein nachtaktives Nagetier aus der Familie der Bilche, die auch Schlafmäuse genannt werden – Siebenschläfer, Gartenschläfer oder Baumschläfer gehören ebenfalls dazu. Im Vergleich zur Maus haben Bilche einen auffälligen langen und buschigen Schwanz.

Die Haselmaus ist in etwa so groß wie ein Daumen, hat große schwarze Knopfaugen, kleine runde Ohren und ein orangebraunes Fell mit einem weißen Fleck an Kehle und Brust. Sie lebt in Laub- und Mischwäldern mit artenreichem Unterwuchs. Am liebsten hält sie sich in dichtem Brombeergestrüpp oder in Hecken und Feldgehölzen auf. Dort schläft sie im Sommer in kleinen selbstgebauten Kugelnestern aus Zweigen, Gras und Blättern, welche sie innen weich auspolstert. Ab und zu zieht sie auch mal in Baumhöhlen oder Vogelnistkästen ein.

Wenn Wälder und Hecken abgeholzt werden, verliert auch die Haselmaus wichtigen Lebensraum. Deshalb ist sie in Deutschland streng geschützt und steht auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Im Landkreis Mainz-Bingen finden sich jedoch noch ein paar Ecken, die für die Haselmaus einen idealen Lebensraum bieten. Der Binger Wald, der Ober-Olmer Wald oder auch der Lennebergwald sind wie geschaffen für das kleine Tier.

Dort findet sie je nach Jahreszeit auch genügend Nahrung. Im Frühjahr ernährt sich die Bilchart überwiegend von Knospen, Blüten und Samen. Im Sommer dagegen eher von Früchten, Schnecken, Würmern und Insekten. Im Herbst bereitet sie sich auf den Winterschlaf vor und sammelt dafür Haselnüsse, Eicheln, Bucheckern und Kastanien. Ist die Zeit für den Winterschlaf gekommen, rollt sich die Haselmaus zu einer kleinen vollgefressenen Kugel zusammen und schläft den Winter durch. Da sie zwischendrin weder aufsteht noch frisst, wiegt sie beim Aufwachen nur noch knapp die Hälfte ihres eigentlichen Gewichts.

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