TRINKEN VERBOTEN! Die teuerste Weinschorle zu Corona-Zeiten

Bis zu 250 Euro kostet eine Schorle in der Öffentlichkeit.

TRINKEN VERBOTEN! Die teuerste Weinschorle zu Corona-Zeiten

Seit dem 24. April gibt es mal wieder neue Gesetze. Die Bundesnotbremse wurde mit voller Wucht gezogen und man kommt sich vor wie in einer nie endenden Wiederholung. Wir alle wissen, das Virus ist ernst, aber sehr viele Gesetze ergeben einfach keinen Sinn. Es hat irgendwie was vom Discounter-Angebotsblättchen, alle Woche gibt’s was neues. Es geht in diesem Artikel aber um ein bestimmtes Gesetz. Eines, was für uns Rheinhessen einfach unbegreiflich ist. Das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit (Neunzehnte Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz (19. CoBeLVO), Teil 2, Ziffer 9).

Bis zu 250 Euro kann das kosten. Was ergibt das für einen Sinn?

Ok, man will vermeiden, dass Menschen mit beschränktem Horizont aufeinander sitzen und sich ins Koma saufen und klar ist auch, dass dann die Hemmschwelle sinkt bzw. komplett verschwindet. Aber dafür haben wir ja eigentlich die Kontaktbeschränkung, oder? Das ist doppelt gemoppelt!

Das heißt, wenn man wandern möchte (zu zweit), was ja völlig ok ist, und eine Rast macht und sich mit der Begleitung ne kleine Schorle gönnt, die man sich mitgenommen hat und MUTTERSEELENALLEIN im Wald sitzt, darf man diese nicht genießen. Alkohol in Gruppen und stark alkoholisiert ok, aber so passiert doch nichts.

Doch was kostet der Spaß, wenn man mit nem Schörlchen beim Wandern erwischt wird? Mit bis zu 250 Piepen kann ein Bußgeld erhoben werden. Oft hört man auch 100 Euro. Das ist dann mal ne teure Schorle. Man kann das im Stil von der Sendung mit der Maus einfach erläutern:

Das ist der Frank. Frank hat Lust einen zu heben, da ja nix geht mit Events und in die Kneipe gehen. Da zu Corona ja alles, was gut durchdacht ist an Events und Gastro, verboten ist und er keine 250 Euro für ne Schorle übrig hat durch die Krise, feiert Frank heute bei seinem Kumpel im Garten. Warum macht Frank das? Naja, er nimmt Corona nicht so wirklich ernst. Frank kommt aber nicht allein, er hat ja noch ne Freundin, die Susi und die nimmt er mit. Zwei Haushalte, maximal 5 Leute, sind ja erlaubt. Also feiert Frank mit Susi, seinem Kumpel und dessen Freundin zuhause. Die Nachbarn nehmen es auch nicht so ernst und durch die Ausgangssperre um 22 Uhr wird halt einfach früher gefeiert. Alle sitzen schön beisammen und da es heute etwas kühl ist, geht’s nach drinnen, da wird man auch nicht so gesehen…

Das ist leider dann an der Tagesordnung, da viele sich einfach nicht daran halten und in den eigenen vier Wänden fühlt man sich save. Dann fällt die Hemmschwelle mit Alkohol. Weil viele sich zuhause und bei Freunden sicher fühlen und da keiner mit Maske sitzt. Im Restaurant und auf Events, DRAUSSEN mit Abstand und Regelungen, kommt es nicht zu Ansteckungen. Übrigens auch nicht, wenn man zu zweit im Wald oder am Rhein ne Schorle trinkt. Was auch noch ein sehr unangenehmer Nebeneffekt ist, ist mal wieder das Leid der Wirtschaft. Jap, Winzer, Gastro, all die kleinen Wanderhütten dürfen keine alkoholischen Getränke to go verkaufen. Die meisten Winzer leiden so schon genug, weil die Gastro zu hat, die sie normal beliefern würden oder nix geht mit Export zu Kunden ins Ausland.

Und wenn jetzt Leute sagen: „ Bäh, könnt ihr es nicht mal ohne Alkohol aushalten!“ Nein, können wir nicht! Es gehört zum Genuss und ja es beruhigt auch. Wir sind ja alle keine Alkoholiker, aber es gehört zum Lebensgefühl und man trinkt gern mal ne Schorle beim Wandern. Also, wenn das hier rum ist, wollen wir doch alle wieder gern essen gehen, einen Wein genießen oder auf eine kulturelle Veranstaltung gehen. Das ist für JEDEN der Ausgleich zum harten Alltag. Es wäre toll, wenn das noch geht und alle Betriebe dann auch noch existieren.

Diese Regelungen trifft nicht nur die privaten Personen, die gern mal beim Wandern den Genuss von einem kühlen Bier oder Wein schätzen. Nein, die Gastronomie, die Kulturbranche und auch die Winzer leiden unter dem Alkoholverbot. Inklusive des ganzen Rattenschwanz der anderen Branchen, die mit der Event-und Gastrobranche verankert sind. Schenkt Euch doch mal nen Wein oder ein Bier ein und trinkt auf die, die jeden Tag kämpfen und nicht aufgeben, damit alle anderen nach diesem Albtraum wieder eine geile Zeit haben. Natürlich zuhause, denn 250 Euro kann sich keiner mehr leisten zu diesen Zeiten.

Logo