Von Umweltschutz bis Digitalisierung

Jugendhaus Oppenheim: Evangelische Jugend diskutiert mit Politikern zur Bundestagswahl.

Von Umweltschutz bis Digitalisierung

„Jugend trifft Politik“ - was sich als Veranstaltungstitel so einfach liest, ist in Corona-Zeiten nicht ganz so reibungslos umzusetzen. Geklappt hat es nun doch, Anfang Juli 2021, als hybride Diskussionsrunde unter dem Motto „mitreden statt meckern“ im Oppenheimer Jugendhaus. Und das mit Erfolg – weit über 50 Jugendliche nahmen online via ZOOM teil und stellten ihre ganz eigenen Fragen an die beteiligten Politiker.

Vier Wahlkreiskandidaten der Region sind anlässlich der Bundestagswahl im September der Einladung des Jugendhauses und der Evangelischen Jugend im Dekanat Ingelheim-Oppenheim (EJVD) gefolgt: Christian Engelke (DIE GRÜNEN), Manuel Höferlin (FDP), David Maier (SPD) und Jan Metzler (CDU). Im Offenen-Treff-Raum des Jugendhauses, kurzerhand umfunktioniert für den ersten Teil der Veranstaltung, einer Podiumsdiskussion mit ausreichendem Abstand zueinander, standen drei der Wahlkreiskandidaten über zwei Stunden Rede und Antwort - Christian Engelke wurde live via ZOOM zugeschaltet.

Interessen von Kindern und Jugendlichen auch auf Bundesebene vertreten

Gleich zu Beginn waren klare Antworten der Politiker gefragt: „Welche Themen, die besonders Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft beschäftigen, sind Ihnen wichtig, was sind Ihre jugendpolitischen Ziele?“ Für Moderator Jeremy Sieger (22), Vorsitzender der Evangelischen Jugend im Dekanat Ingelheim-Oppenheim war gerade diese Frage, stellvertretend für den Jugendverband, ein besonderes Anliegen, v. a. in Bezug auf jene junge Menschen, die das Wahlalter noch nicht erreicht haben. Fazit: Alle vier Politiker hatten trotz differenzierter parteipolitischer Ansichten durchaus einen gemeinsamen Nenner: Es müsse noch mehr getan werden, um die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen aufzugreifen, ihre Interessen auch auf Bundesebene zu vertreten und konkret umzusetzen - strukturell, finanziell und mit mehr Beteiligung junger Menschen. Souverän führte Jeremy Sieger mit zwei weiteren Fragen durch die Podiumsrunde: zum persönlichen Weg in die Politik, zu den weiteren politischen Zielen – abrufbar als Video auf dem YouTube-Kanal des Jugendhauses.

Politiker mal ganz nah

Nach einer kleinen technischen Umbaupause standen nun im zweiten Teil des Jugend-Polittalks in digitalen Gruppenräumen mit je einem Politiker kurze Gesprächsrunden auf dem Programm. Vorab hatte die Evangelische Jugend mit den Sozialkunde-Leistungskursen des Gymnasiums St. Katharinen in Oppenheim, ebenso Kooperationspartner, insgesamt fünf Themengebiete zusammengestellt: Bildung, Partizipation, Umweltschutz, Arbeitsbedingungen sozialer Berufe und Fragen zum Sozialstaat. Und zu diskutieren gab es viel. Den Jugendlichen waren dabei konkrete Aussagen wichtig. Doch manchmal bleibt die Erkenntnis, dass nicht alle Themen auf Bundesebene umgesetzt werden können. Zum Beispiel ein einheitliches Bildungssystem, wie die Corona-Pandemie deutlich aufzeigte – das sei Ländersache. Trotz intensiver Gespräche rund um nachhaltige Energie, soziale Gerechtigkeit, Digitalisierung, bedingungsloses Grundeinkommen, Vermeidung von Plastikmüll oder Ideen zur Mobilität der Zukunft konnten jedoch nicht alle Fragen beantwortet werden, da heißt es „dranbleiben“, gerne als schnelle Kontaktaufnahme via Internet. Am einfachsten sei es, sich direkt über die Social-Media-Kanäle an die Politiker zu wenden, motivierte Jeremy Sieger. „Schreibt uns an, stellt eure Fragen, beteiligt euch“, so der einhellige Aufruf der vier Bundestagskandidaten.

Klares „ja“ zur jugendpolitischen Bildung

„Der Jugend-Polittalk ist für junge Menschen eine gute Gelegenheit, direkt mit den Politikern ins Gespräch zu kommen“, erklärt Jürgen Salewski, Leiter des Oppenheimer Jugendhauses. Ein besonderes Format, um Kinder und Jugendliche mit ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen und ihre Ideen auch auf politischer Ebene umzusetzen. „Da sind wir schon ein bisschen stolz drauf“, gibt der Pädagoge gerne zu, immerhin bestehe das erfolgreiche Konzept bereits seit 2006 und sei ein wichtiger Beitrag zur jugendpolitischen Bildung.

„Come together“ am 3. September

Bereits am 3. September findet mit allen Beteiligten ein weiteres Treffen statt. Ein lockeres „Come together“ im Oppenheimer Jugendhaus in Kooperation mit dem Projektteam „Jugendvertretung“ der VG Rhein-Selz, Musik und leckere Getränke sind auch geplant. Zu Gast ist ebenso Anja Läwen (DIE LINKE). Beginn ist um 18 Uhr, teilnehmen können Jugendliche ab 14 Jahre.

Kontakt und Info: Jugendhaus Oppenheim (www.jugendhaus-oppenheim.de) und Evangelische Jugend im Dekanat Ingelheim-Oppenheim (www.ej-ingopp.de). Link-Tipp zum Video: https://youtu.be/KkV2O4CEZjY

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